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Benediktiner Klassiktage im Kloster Ettal

Unter dem Motto „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ findet von Mai bis November 2018 die Bayerische Landesausstellung 2018 statt. Zu den großen Höhepunkten im Rahmenprogramm gehören die Benediktiner Klassiktage, die erstmalig vom Kloster Ettal und der Benediktiner Weißbräu GmbH präsentiert werden. Vom 15.-17. Juni werden im Kloster Symposien und Konzerte zur musikalischen Interpretation des „Mythos Bayern“ stattfinden.

Im Mittelpunkt der Klassiktage steht das Festkonzert am Samstag, den 16. Juni 2018, um 19:15 Uhr. Beginnend mit einem Innenhofkonzert mit Blechbläsern des Bayerischen Staatsorchesters, hören die Besucher zunächst das originellste Instrument des Gebirges, das Alphorn. Der bayerische Komponist Rainer Bartesch, vielfach ausgezeichnet für seine Filmmusiken, führt dabei Regie und hat eigens ein auf die Klosteranlage abgestimmtes Werk komponiert. Neben der Uraufführung dieses Stückes ist Musik von Richard Wagner und Sergei Prokofjew zu hören.
Der zweite Teil des Konzertes findet in der Ettaler Basilika statt und zeigt die Weite des polyglotten Bayerns. Während im ersten Stück des Festkonzertes noch das Alphorn als Vertreter der Berge zu hören ist, weitet sich der Horizont. Bayern erscheint nun als Mittelpunkt europäischer Ideen, die sich im Konzertprogramm bündeln. So spielt das internationale Orchestra of Europe Werke der Österreicher Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert. Das Orchester wird vom belgischen Dirigenten Jan Caeyers geleitet, die junge Solistin des Abends ist die Münchner Flötistin Alissa Rossius.
Tags zuvor, am 15. Juni 2018 um 16.00 Uhr, heisst es «König Ludwig II – Richard Wagner – Hermann Levi. Ein musikalischer Dialog». Im Rahmen eines Symposiums im Chinesensaal des Klosters werden zwei Experten der Musikwissenschaft sich über den Münchner Hofoperndirigenten Hermann Levi (1839-1900), der auch Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen ist, unterhalten. Levi, der Dirigent und Förderer vieler Werke bedeutender Komponisten seiner Zeit war, stand als Jude im Spannungsfeld zwischen Richard Wagner und König Ludwig. Der Diskurs wird live vertont mit Musik von Wagner, Brahms, Bruckner und Levi. Hermann Levi war eng mit Johannes Brahms befreundet, eine besondere Beziehung verband ihn mit dem Komponisten Anton Bruckner.

Andockend an das Symposium erwartet die Besucher am Abend um 20.00 Uhr ein hochkarätiges Kammermusikkonzert unter dem Titel «Seelenverwandtschaft» in der Ettaler Internatskapelle. Erstklassige Musiker um den renommierten Wiener Violinisten Prof. Christian Altenburger und den Pianisten Prof. Markus Schirmer spielen Werke von Levi und Brahms. Ausserdem hören sie das selten gespielte und atemberaubende Streichquintett von Anton Bruckner.
Das Kloster Ettal, in der Abgeschiedenheit der Berge gestiftet, beheimatete Anfang des 18. Jahrhunderts eine Ritterakademie. Im Liederrezital am Sonntagnachmittag, den 17. Juni 2018 um 15.00 Uhr, hören die Gäste in der Internatskapelle mit «Ritter: Beschützer – Krieger – Kavaliere» ausführliche Historien-Balladen, sanfte Liebeslieder, schaurige Gespenstersagen und haarsträubende Schilderungen von Feuersbrünsten.
Tickets für die Veranstaltungen sind bei allen Vorverkaufsstellen von München Ticket erhältlich. Für das Symposium können sich Interessierte unter klassiktage@kloster-ettal.de anmelden. Die Benediktiner Klassiktage werden von den beiden ehemaligen Ettaler Schülern Beate und Josef Gilgenreiner (Organza Kulturmanagement GmbH) organisiert. Wesentlicher Förderer der Benediktiner Klassiktage ist die Benediktiner Weißbräu GmbH. Zu den weiteren Förderern gehören das Landkreis Garmisch-Partenkirchen und das Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Das Programm im Detail

König Ludwig II, Richard Wagner, Hermann Levi
– ein musikalischer Dialog
Freitag, 15. Juni 2018, 16:00 Uhr, Chinesensaal im Kloster Ettal

Die Musikwelt um 1880:
Hermann Levi (Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen) und seine Zeit – porträtiert in einem wissenschaftlichen Dialog, umrahmt von Briefzitaten und Musikausschnitten.
Beim Operndirigenten Hermann Levi liefen die aktuellsten Musikströmungen der damaligen Zeit zusammen. An seiner Biografie lässt sich das kulturelle Leben in München, das besondere Verhältnis von Königs Ludwig II. zu Richard Wagner und die Stellung von jüdischen Künstlern in der deutschen Gesellschaft ablesen.

Musik von Richard Wagner, Hermann Levi, Johannes Brahms und Anton Bruckner.

  • Prof. Dr. Hans-Joachim Hinrichsen (Zürich)
  • Prof. Dr. Stephan Mösch (Karlsruhe)
  • René Perler (Bassbariton) und Edward Rushton (Pianist)

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich unter klassiktage@kloster-ettal.de an.

«Seelenverwandtschaft» Kammermusikkonzert
Freitag, 15. Juni 2018, 20:00 Uhr, Internatskapelle im Kloster Ettal

  • Christian Altenburger (Violine)
  • Lydia Altenburger (Violine)
  • Thomas Selditz (Viola)
  • Stephanie Drach (Viola)
  • Franz Ortner (Violoncello)
  • Markus Schirmer (Klavier)
  • Edward Rushton (Klavier)
  • René Perler (Bassbariton)

Hermann Levi, Sechs Lieder op. 2

Johannes Brahms, Klaviertrio H-Dur op. 8 (1889)

– Pause –

Anton Bruckner, Streichquintett F-Dur

Dieses Konzert nimmt Bezug auf das am Nachmittag stattfindende Wissenschaftlergespräch und es erklingen Höhepunkte der romantischen Kammermusik.
Hermann Levi verband eine grosse Freundschaft mit Johannes Brahms. Maßgeblichen Anteil am wachsenden Ruhm Bruckners hatte der Dirigent Hermann Levi, dessen Dirigat Bruckners siebter Symphonie einen Siegeszug ohnegleichen bescherte. Bruckner selbst war wiederum ein Verehrer von Richard Wagners Werken.
Das Klaviertrio in H-Dur ist Brahms’ erstes und zugleich sein letztes Klaviertrio. Der 53jährige Brahms war mit seinem einstigen Frühwerk nicht mehr zufrieden, es war ihm zu “geschwätzig” und umständlich. So revidierte er das Stück, welches fortan als ein «ästhetisches Manifest» für die Prinzipien seiner Kunst bezeichnet wurde.

Das Streichquintett in F-Dur ist zwischen der 5. und 6. Sinfonie entstanden und gilt als einziges vollgültiges Kammermusikwerk des Symphonikers Bruckner. Das Scherzo forciert den tänzerisch-rhythmischen Gestus und das «Schlagen der Zeit», während das Adagio demgegenüber einen Stillstand, geradezu eine Aufhebung der Zeit zelebriert und so zum absoluten Höhepunkt des Werks wird. Der Wiener Hofkapellmeister Hellmesberger drückte sich nach der Fertigstellung der Komposition allerdings jahrelang vor einer Uraufführung und auch die Musiker befürchteten eine Blamage. Schliesslich jedoch führte das Werk zu Bruckners Durchbruch beim Wiener Publikum.

Festkonzert „Mythos Bayern“
Samstag, 16. Juni 2018, Innenhof und Basilika im Kloster Ettal

Innenhofkonzert, 19:15 Uhr

Rainer Bartesch dirigiert ein hochkarätig besetztes, zehnköpfiges Bläserensemble.

Richard Wagner, Ouvertüre aus Tannhäuser
Sergei Prokofjew, Auszüge aus «Der feurige Engel»
Rainer Bartesch, Mythos Bayern (Uraufführung)

Konzert in der Basilika, 20:00 Uhr
Orchestra of Europe
Konzertmeisterin: Astrid Leutwyler
Dirigent: Jan Caeyers
Solistin: Alissa Rossius, Flöte
Solist: Rainer Bartesch, Alphorn

Rainer Bartesch
Gletscher-Atem, für Alphorn und Streicher

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Adagio und Fuge c-Moll KV 546

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Konzert für Flöte und Orchester, G-Dur, KV 313

– Pause –

Franz Schubert (1797-1828)
Sinfonie Nr. 5, B-Dur, D 485

Die Bläser der Bayerischen Staatsorchester begrüssen das Publikum im Innenhof des Klosters mit Werken von Richard Wagner und vom russischen Komponisten Sergei Prokofjew, der kurzzeitig in Ettal wohnte. Eine spannende Auseinandersetzung zum Thema der Landesausstellung darf im Werk «Mythos Bayern» von Rainer Bartesch erwartet werden.
Der Bläserklang begleitet das Publikum weiter in die Basilika, wo das Alphorn nun als Soloinstrument übernimmt. Gletscher-Atem (2013) ist ein archaisches, ganz in sich ruhendes Werk mit großer spiritueller Strahlkraft. Über ein langsam schreitendes Ostinato entspinnt sich allmählich ein Dialog zwischen Alphorn und Streichern, der sich zu einem weiten melodischen Bogen formt und sich zu monumentaler Größe verdichtet – vergleichbar mit dem Bild eines Gletschers, der scheinbar ruht, sich aber doch unaufhaltsam mit gewaltigen Kräften talwärts bewegt.
Adagio und Fuge KV 546 von Wolfgang Amadeus Mozart schliessen daran an. Das markante Fugenthema gehört zu den eindrücklichsten überhaupt und wird durch verschiedene Tonarten geführt.
Führt man Adagio und Fuge in einfacher Besetzung aus, so ist es ein Beitrag zur Wiener Tradition des sogenannten “Fugenquartetts”, welches von Kaiser Joseph II. als Genre besonders geschätzt wurde. Die kaiserlichen Hofkomponisten Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri waren darauf spezialisiert und es ist durchaus möglich, dass Mozart mit seinen Kollegen in eine Art Wettbewerb treten wollte, um dem Kaiser seine Meisterschaft im Fugenschreiben zu beweisen.

Mozart sollte für den holländischen Musikliebhaber Ferdinand Dejean drei Flötenquartette und zwei Flötenkonzerte schreiben und dafür ein fürstliches Honorar kassieren. Für beide Flötenkonzerte griff er allerdings auf bereits vorhandene Werke zurück. Man vermutet die Entstehung des Werkes um 1777. Der damals 21-jährige Mozart wollte seiner Schwester Nannerl zum Namenstag ein Flötenkonzert komponiert. Dies erklärt, weshalb Dejean nur einen Bruchteil des Honorars bezahlen wollte. Die Form des G-Dur-Konzertes orientiert sich an den Mustern, welche Mozart in seinen Violinkonzerten aus dem Jahre 1775 entwickelt hatte. Dem Orchester ist auch hier eine weitgehend eigenständige Rolle zugeteilt.
Die 5. Sinfonie bildet einen eigenen neuen Typus von Sinfonien bei Schubert. Sie ist eine heitere, kleine Sinfonie, die den frühen melodisch, innigen Kompositionen zuzuordnen ist, geprägt vom Schubertschen Liedschaffen. Vom Schubert-Freund Leopold von Sonnleithner wird sie als die «liebliche Sinfonie in B-Dur» bezeichnet. Das Werk hat eine kleine Besetzung: ohne Klarinetten, Trompeten, Pauken und nur mit einer Flöte. Somit repräsentiert das Werk ein ganz eigenes sinfonisches Konzept. Seine Substanz liegt im Zarten und Leisen, in der Anwendung feiner Mittel. Die erste öffentliche Aufführung fand am 17. Oktober 1841 statt. Der Kritik gefiel das Werk, woran sich bis heute nichts geändert hat. Die 5. Sinfonie ist die meistgespielte unter den frühen Sinfonien.

«Ritter: Beschützer – Krieger – Kavaliere» – Liedernachmittag
Sonntag, 17. Juni 2018, 15:00 Uhr, Internatskapelle im Kloster Ettal

• René Perler, Bassbariton
• Edward Rushton, Klavier

Rittertum im 19. Jahrhundert. Die Ettaler Ritterakademie winkt dabei aus vergangenen Zeiten hindurch.
Ein Liedrezital mit ausführlichen Historien-Balladen, sanften Liebesliedern, schaurigen Gespenstersagen und haarsträubenden Schilderungen von Feuersbrünsten.
Der Schweizer Bassbariton René Perler versteht es, mitreissend dramatisch von alten Zeiten zu erzählen.

Mitwirkende

Hans-Joachim Hinrichsen
Hans-Joachim Hinrichsen, Studium der Germanistik und Geschichte, anschließend der Musikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, ist seit 1999 ordentlicher Professor für Musikwissenschaft an der Universität Zürich. Er ist Mitglied der Academia Europaea und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien) sowie im wissenschaftlichen Beirat des Beethoven-Hauses Bonn; außerdem Mitherausgeber der Periodika Archiv für Musikwissenschaft und wagnerspectrum. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Musikgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts (mit einem besonderen Fokus auf die Wiener Klassik und Franz Schubert), die Rezeptionsgeschichte, die Interpretationsforschung und die Geschichte der Musikästhetik.

Jüngste Buchpublikationen (Auswahl): Franz Schubert, München 2011 (²2014); Beethoven: Die Klaviersonaten, Kassel 2013; „Lyrik aus erster Hand“. Mahler und Rückert, Würzburg 2016; Bruckners Sinfonien. Ein musikalischer Werkführer, München 2016.

hans-joachim-hinrichsen

Stephan Mösch
Stephan Mösch, geboren 1964, absolvierte ein Doppelstudium: Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin, sowie Gesang in Berlin und Stuttgart. Die mehrfach ausgezeichnete Habilitationsschrift mit dem Titel Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit. Wagners „Parsifal“ in Bayreuth 1882-1933 erschien 2012 in zweiter Auflage bei Bärenreiter. Seit 2013 ist Stephan Mösch Professor für Ästhetik, Geschichte und künstlerische Praxis des Musiktheaters an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.
Als verantwortlicher Redakteur für die Fachzeitschrift Opernwelt, prägte er wesentlich das Profil der Zeitschrift. 2004 wurde Opernwelt mit der Gottlob-Frick-Medaille in Gold ausgezeichnet. Für Radioanstalten der ARD ist er als Autor und Moderator seit 1993 tätig. Seit 2007 wurde er wiederholt als Experte zu Fernsehsendungen eingeladen, unter anderem zu den ersten Live-Übertragungen von den Bayreuther Festspielen 2011 und 2012 (Arte, ZDF/3sat, BR).

René Perler, Bariton
René Perler studierte u.a. bei Cécile Zay, Jakob Stämpfli, Horst Günter, László Pólgar und Margreet Honig in Lausanne, Bern, London, Zürich und Amsterdam. An der Universität Freiburg erwarb er sich ein Lizentiat in Musikwissenschaft und Geschichte.
Er trat mit Dirigenten wie William Christie, Andrew Parrott, Martin Haselböck, Michel Corboz, Livio Picotti, Laurent Gendre und Howard Griffiths auf. Auf der Opernbühne stand er als Bartolo, Herr Reich, blinder Seher Tirésias, Colline, Nardo, Zio Bonzo, Monster Polyphem und Holländer-Michel.
Bei Radio SRF 2 war er wiederholt mit Liedprogrammen und in der vergleichenden Sendung «Diskothek im 2» zu Gast.

Edward Rushton, Klavier
Edward Rushton studierte Klavier und Komposition an der Chetham’s School of Music in Manchester, an der Universität Cambridge und an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow. 1998 zog er nach Zürich, um in der Meisterklasse von Irwin Gage Liedinterpretation zu studieren. 2001 schloss er mit Auszeichnung ab. Seit 2000 ist Edward Rushton Dozent für Klavierbegleitung an der Musikhochschule Luzern. Er hat mit verschiedenen SängerInnen in Deutschland, Grossbritannien, Belgien, Frankreich, Polen, Griechenland und der Schweiz konzertiert. Er spielt auch in verschiedenen kammermusikalischen Formationen und hat mehrere CDs eingespielt. Auch als Komponist ist Edward Rushton gefragt.

Christian Altenburger, Violine
Christian Altenburger studierte an der Musikuniversität seiner Heimatstadt Wien und an der Juilliard School New York. Mit 19 Jahren debütierte er als Solist im Wiener Musikverein. Rasch folgten Engagements bei internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Concertgebouworchester Amsterdam oder den Wiener Symphonikern. Neben seiner solistischen Tätigkeit entwickelte sich die Kammermusik zu einem besonderen Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. So ist er künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Schwäbischer Frühling und des Festivals Loisiarte. Nach langjähriger Tätigkeit als Professor an der Musikhochschule Hannover wurde Christian Altenburger 2001 als Professor an die Musikuniversität Wien berufen.

Lydia Altenburger, Violine
Lydia Altenburger wurde in London geboren, wo sie an der Royal Academy of Music in der Klasse von Professor Howard Davies Violine studierte. 2006 schloss sie ihr Studium mit einstimmiger Auszeichnung ab. Seit 2007 lebt Lydia Altenburger in Wien und arbeitet als freischaffende Geigerin. Sie spielt regelmäßig mit Orchestern wie dem RSO Wien, dem Wiener Volksopernorchester, dem Wiener Kammerorchester oder der Camerata Nordica in Schweden. Als Kammermusikerin tritt Lydia Altenburger bei Festivals wie der Loisiarte, dem Schwäbischen Frühling, Prussia Cove, den Oberösterreichischen Stiftskonzerten, den Neuberger Kulturtagen und dem IMAI in Amerika auf und musiziert dabei mit Partnern wie Franz Bartolomey, Patrick Demenga, Eszter Haffner, Reinhard Latzko, Christoph Schiller, Marko Ylönen und der Musikbanda Franui.

Prof. Thomas Selditz, Viola
Thomas Selditz stammt aus einer Musikerfamilie und studierte an der berühmten Hanns Eisler Musikhochschule in Berlin bei Alfred Lipka. Sein Engagement als 1. Solo-Bratschist der Staatsoper Berlin gab er 1999 zugunsten seiner ausgeprägten Leidenschaft für Kammermusik und der Liebe zum Unterrichten auf. Zu Beginn der 90er Jahre gründete er das Gaede Trio mit dem er in Europa, Asien und in den USA auftrat. Die wichtigsten Werke für Streichtrio wurden in dieser Besetzung auf CD eingespielt. 2013 gab er diese Arbeit auf und war bis Sommer 2016 Bratschist im Hugo Wolf Quartett. Rund 20 CD-Einspielungen dokumentieren die Vielseitigkeit seiner solistischen und kammermusikalischen Projekte. Einige davon erhielten die höchsten Auszeichnungen der Fachpresse (u. a. Diapason d’Or, 2003 Deutscher Schallplattenpreis, Pasticcio- Preis).
Seit 2010 ist er Professor für Viola an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien.

Stephanie Drach, Viola
Stephanie Drach wurde 1995 in Wien geboren und erhielt mit 6 Jahren ihren ersten Geigenunterricht, mit 12 Jahren wechselte sie zur Bratsche. Konzerte in den letzten beiden Jahren führten Stephanie u.a. in den Musikverein Wien, Konzerthaus Wien, sowie nach Italien, Deutschland, Hongkong, Singapur, China und Taiwan.
Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Ausbildung liegt in der Kammermusik. Mit ihrem Streichquartett arbeitet Stephanie regelmäßig mit Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett) und Johannes Meissl (Artis Quartett) zusammen und war zu Gast bei der ECMA (European Chamber Music Academy). 2015 erhielten sie den „Hajek Boss Wagner Kulturpreis“, worauf Konzerteinladungen zu den Haydnfestspielen Eisenstadt und Mito Settembre Milano/Torino folgten.
Seit 2014 studiert Stephanie Drach an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Thomas Selditz. Zusätzlich besuchte sie Meisterkurse bei Thomas Riebl, Boris Faust und Nobuko Imai.

Franz Ortner, Violoncello
Franz Ortner, geboren in Wien, studierte zunächst in seiner Heimatstadt bei Wolfgang Herzer (Wiener Philharmoniker) und danach bei Wolfgang Boettcher, Martin Löhr und dem Artemis Quartett in Berlin. Von 2006 bis 2009 war er Solo-Cellist im Orquestra Metropolitana de Lisboa unter dem französischen Violinvirtuosen Augustin Dumay und danach fünf Jahre Solo-Cellist des Esbjerg Ensembles in Dänemark. Als Solist trat in der Saison 2016/17 mit dem Staatlichen Sinfonieorchester Estland und dem Bruckner Orchester Linz auf. Seit 2012 ist er Mitglied des Klaviertrios „TrioVanBeethoven“, welches 2016 für die Einspielung aller Beethoven-Klaviertrios den „Ö1-Pasticcio Preis“ bekommen hat. Franz Ortner ist seit 2014 Cellist beim Musikkollegium Winterthur. Er spielt auf einem Violoncello von Jean-Baptiste Vuillaume aus dem Jahr 1856.

Markus Schirmer, Klavier
Geballte Energie, höchste Ausdruckskraft sowie eine faszinierende Symbiose aus Emotion und Intellekt kennzeichnen das Spiel des österreichischen Ausnahmepianisten, der schon früh die wichtigsten Konzertserien und Festivals im Sturm eroberte: Musikverein Wien, Suntory Hall Tokio, Wigmore Hall London mit den bedeutendsten Orchestern und Dirigenten: Wiener Philharmoniker, Royal Philharmonic oder Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev, Sir Neville Marriner und Vladimir Fedoseyev.
Auch jenseits der „etablierten Klassik“ sorgt er für Aufsehen erregende Ereignisse: mit „Scurdia“, einem Projekt, welches außergewöhnliche Musiker aus aller Welt auf einer Bühne vereint oder mit von Publikum und Presse einhellig gefeierten Programmen mit Schauspielern wie Wolfram Berger oder der US-Sängerin Helen Schneider.
All seine CD-Einspielungen wurden vielfach preisgekrönt. Neben einer Klavierprofessur an der Grazer Kunstuniversität gibt Markus Schirmer auch weltweit Meisterkurse und ist ein gefragter Juror bei renommierten Klavierwettbewerben. Seine StudentInnen erhalten regelmäßig internationale Preise und Auszeichnungen. Musikfestivals ARSONORE in seiner Heimatstadt Graz.

Orchestra of Europe
Das Orchestra of Europe (OOE) wurde 2011 von einer Gruppe junger Musiker in Zürich gegründet, die gemeinsam im Gustav-Mahler-Jugendorchester gespielt haben. Es war ihr Ziel, ein internationales Ensemble zu sein, das auch weiterhin auf höchstmöglichem Niveau zusammenspielt.
Vertreten von Musikern aus mehr als 15 Nationen, bildet das Orchestra of Europe zweifelsohne eines der spannendsten und vielversprechendsten jungen Ensembles der Gegenwart.
Die Mitglieder spielen in erstklassigen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Radio Symphonieorchester Berlin, den Wiener Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks, dem Bayrischen Staatsopernorchester, dem Gewandhausorchester Leipzig, der Staatskapelle Dresden, dem Tonhalle Orchester Zürich, der Philharmonia Zürich, dem Mahler Chambers Orchestra oder dem Lucerne Festival Orchestra.

Jan Caeyers, Dirigent
Jan Caeyers war von 1993 bis 1997 Claudio Abbados Assistenz beim Gustav-Mahler-Jugendorchester, wo er ebenfalls eng mit Bernhard Haitink und Pierre Boulez zusammenarbeitete.
Als freiberuflicher Dirigent arbeitete er an der Stuttgarter Oper und mit zahlreichen Orchestern in Berlin, Paris, Madrid, Barcelona, Florenz oder Prag. Er leitete Ensembles wie den Arnold Schönberg Chor in Wien oder den Nederlands Kamerkoor.
Bereits früh kombinierte Caeyers das aktive Musizieren mit der Musikwissenschaft. Der Bestseller «Beethoven. Der einsame Revolutionär. Eine Biografie» zeugt davon. Nach diesem Erfolg träumte er davon, ein eigenes Orchester zu gründen, um seine durch das Buch gewonnenen Erfahrungen musikalisch umzusetzen. Mit dem gegründeten «Le Concert Olympique» möchte er Kompositionen von Beethoven und seinen Zeitgenossen auf höchstem Niveau werkgetreu aufführen.

Alissa Rossius, Flöte
Die 1994 in München geborene Flötistin Alissa Rossius wurde mit 10 Jahren Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Marianne Henkel-Adorján. 2009 wechselte sie zu Prof. Philippe Boucly. Nach ihrem Abitur im Jahr 2012 begann sie ihr Bachelor-Studium bei Prof. Andrea Lieberknecht, ebenfalls an der Münchner Musikhochschule. Meisterkurse bei Prof. Peter-Lukas Graf, Prof. Andrea Lieberknecht, Prof. Gaby Pas-Van Riet, Prof. Felix Renggli, Prof. András Adorján und bei Prof. Jacques Zoon an der Académie musicale de Villecroze mit dem „Quintetto Spirito“ ergänzten ihre Ausbildung.
Von Mitte November 2014 bis Mitte Dezember 2015 war Alissa Rossius im Zeitvertrag Soloflötistin am Staatstheater Kassel. Sie spielte als Aushilfe am Staatstheater Nürnberg, an der Bayerischen Staatsoper und beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Aktuell ist sie Soloflötistin des Swedish Chamber Orchestra.

Rainer Bartesch, Komponist & Alphorn
Rainer Bartesch studierte Waldhorn, Komposition für Film und Fernsehen und machte das Lehramt für Gymnasialstufe. Berufserfahrung als Orchestermusiker sammelte er u.a. an der Semperoper Dresden unter Giuseppe Sinopoli. An der Hochschule für Musik in München ging er fünf Jahre einer Lehrtätigkeit nach. Bartesch kann auf mehr als 70 Filmmusikkompositionen, Bühnenwerke, Chor- und Orchesterwerke, Solokonzerte, Kammermusik, Jazz, Pop und Songwriting zurückblicken. Er dirigierte bei der Einspielung von 25 orchestralen Kinofilmmusiken, u.a. von «Nirgendwo in Afrika», das 2003 den Oscar gewann.
Zahlreiche Auszeichnungen würdigen sein Schaffen, wie beispielsweise seine letzte aus dem Jahre 2017: Der Kinofilm «La Buena Vida – Das Gute Leben» (Regie: Jens Schanze) wird mit dem renommierten Robert Geisendörfer Preis ausgezeichnet.